Sprachbildung und Logopädie im Kontext von Mehrsprachigkeit:
 Sprachförderung in Kitas gemeinsam weiterentwickeln

2. Dezember 2025 von 9.00 bis 16.00 in der HAWK, Goschentor/Hohnsen

Wie können alle Kinder in Kitas sprachlich gut gefördert werden? Bundes- und Landesregierung will gezielt in die vorschulische Sprachförderung investieren. Dazu fand am 2.12.2025 an der Fakultät für Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK ein Fachtag zur Kooperation von Sprachbildung und Logopädie im Kontext von Mehrsprachigkeit statt. Der Fachtag stieß auf großes, auch überregionales Interesse. Mit fast 300 Beteiligten war es der bislang größte kindheitspädagogische Fachtag an der HAWK.

 

Ausgangspunkt des Fachtags waren Ergebnisse aktueller interdisziplinärer Forschungsprojekte der HAWK, die sich mit Sprachbildung, Früherkennung von Sprachförderbedarf und Sprachtherapie befassen. In ihrer Videogrußbotschaft bedankte sich Bildungsministerin Julia Hamburg für das Engagement der Fachkräfte in Kitas und betonte das Interesse des Landes, mehr akademische Fachkräfte für Kitas und Fachberatung zu gewinnen. „Gerade vor den hohen Anforderungen, die an Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen gestellt werden, ist uns die Qualifizierung der Fachkräfte ein besonderes Anliegen. Hier ist es entscheidend, dass auch Hochschulen sich in diesem Bereich besonders einbringen und für die Fachkräftequalifizierung einstehen, so wie Sie an der HAWK dies tun“. 

Prof. Katja Scholz-Buerig, Vizepräsidentin der HAWK, hob besonders die erfolgreiche Kooperation der Studiengänge Kindheitspädagogik und ELP (Logopädie) im Projekt LOKID sowie in den Praxisforschungsprojekten SpraBiL und PiKS hervor: „Diese Projekte zeigen eindrücklich, wie wir durch interdisziplinäre Zusammenarbeit neue Wege in der Sprachförderung gehen können“. Malte Spitzer, Erster Stadtrat und Sozialdezernent der Stadt Hildesheim, knüpfte an die langjährige Kooperation von HAWK und Stadt Hildesheim an und betonte die Notwendigkeit, Sprachförderung auch im Bereich der Ganztagsbildung an Grundschulen auszubauen. Für das Niedersächsische Institut für Bildung und Entwicklung im Kindesalter verwies Iris Hofmann auf die Notwendigkeit, Fachkräfte in der Praxis gut zu unterstützen. Hervorgehoben wurde in allen Grußworten die Wertschätzung für die Tätigkeit der Fachkräfte in Kitas, die auch unter schwierigen Rahmenbedingungen umfassende Sprachbildung in Kitas ermöglichen.

Zurzeit erschweren unterschiedlichen Strukturen von Bildungs- und Gesundheitssystem eine adäquate Zuweisung von Kindern mit Sprachauffälligkeiten zu Förder- oder Sprachtherapiebedarf. Gerade mehrsprachige Vorschulkinder zeigen häufig Sprachauffälligkeiten, erhalten jedoch erst spät oder gar keinen Zugang zur Logopädie, was den Übergang zur Grundschule deutlich erschwert. Daher braucht es interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kontext von Kitas. Vor diesem Hintergrund gaben vier Vorträge neue inhaltliche Impulse, und 20 Workshops ermöglichten einen intensiven Fachaustausch.

In ihren Schlussworten hoben Ann-Katrin Bockmann von KEA Hildesheim, Beate Hamilton-Kohn vom DialogWerk Braunschweig, Anna Mahmood vom Landesverband für Logopädie Niedersachsen (dbl) und Prof. Dr. Claudia Hruska von der Alice-Salomon-Hochschule Berlin die Potentiale hervor, die im Austausch und in der interprofessionellen Zusammenarbeit liegen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Veranstaltung sehr gelungen war und vielfältige Impulse für die Weiterentwicklung von Sprachbildung, Sprachförderung und Sprachtherapie eröffnet hat.

Programmübersicht und Dokumentation

Hörsaal HIA_E01 Goschentor 1, zusätzliche Videoübertragung in HIA_103/104 und Hörsaal Hohnsen 1, HIB_217

* Mit den Mitarbeitenden des Forschungsbereichs Sprachbildung und Logopädie an der HAWK (Nina Theis, Claudia Funk, Anja Siemens, Laura Praetze, Halah Elkarif, Bianka Wachtlin und Tim Rohrmann), Kolleg:innen aus den Kooperationseinrichtungen und weiteren Referent:innen.

Präsentationen und Ergebnisberichte einiger Workshops können Teilnehmende der Tagung direkt bei den Referent*innen oder bei Prof. Dr. Rohrmann erfragen.